Die letzte große Innovation im Bereich der Verhütung war vor Äonen die Erfindung der Pille, sie hat Millionen von Frauen ein selbstbestimmtes Sex-Leben ermöglicht. Damit hat die Pille einen kaum zu unterschätzenden gesellschaftlichen Beitrag geleistet.

Gleichwohl ist beileibe nicht alles eitel Sonnenschein mit der hormonellen Verhütung. Einmal abgesehen von den medizinischen Nebenwirkungen, schaltet die Pille den natürlichen Zyklus der Frau quasi aus. Die Folge ist, dass Frauen – wenn sie bereits früh anfangen, die Pille zu nehmen – nur wenig Möglichkeiten bleiben, ihren Zyklus zu beobachten und kennenzulernen, switch off and forget about it.

Was aber tut frau nun, wenn sie explizit nicht mehr hormonell verhüten möchte? Bei ze.tt hat Josefine Schummeck gerade versucht, eine Liste zu erstellen, welche Alternativen es gibt. Diese Liste erscheint uns zu kurz geraten, klammert sie doch vollständig die Möglichkeiten aus, die sich eröffnen, wenn frau ihren Zyklus genau kennt. Bei EDITION F ist bereits erörtert worden, wie Frauen durch Kenntnis ihres Zyklus selbstbestimmt handeln können, ohne sich auf die “klassischen” Methoden wie Spirale oder Diaphragma verlassen zu müssen. Die genaue Kenntnis des individuellen Zyklus spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Natürliche Familienplanung (NFP) genießt landläufig einen zweifelhaften Ruf. Zu umständlich ist die Ermittlung des individuellen Zyklus, anekdotische Beweise im Tenor “die Freundin meiner Freundin ist wegen der symptothermalen Methode schwanger geworden” sind an der Tagesordnung. Bei genauerem Nachfragen stellt sich aber fast immer heraus, dass die Freundin der Freundin (so es sie denn gibt) die Methode nicht konsequent genug angewendet hat. Aus persönlicher Erfahrung wissen wir*), dass der Freundin der Freundin deswegen kaum ein Vorwurf zu machen ist, denn die Ermittlung des genauen Zyklus mit punktuellem Messen der Körpertemperatur und der konsequenten Erfassung von Muttermundstand und Cervixschleimbeschaffenheit ist im Alltag eigentlich nur von manischen Nerds leistbar. Was fehlt, ist eine gesicherte Datenbasis.

Selbstverständlich setzt an dieser Stelle unsere Werbehintergrundmelodie für unser Produkt ein, was wir wegen seiner Klischeehaftigkeit selbst etwas komisch finden. Der Grund jedoch, warum wir trackle erfunden haben, ist genau dieser: trackle soll Frauen mit mininmalem Aufwand genügend Daten liefern, um eine belastbare Aussage über ihren persönlichen Zyklus treffen zu können und ihnen dadurch selbstbestimmtes Handeln zu ermöglichen. Daran arbeiten wir, denn wir wollen die nächste größere Innovation werden, die Frauen eine hormonfreie und selbstbestimmte Sexualität ermöglicht.

*) also die Gründerin von trackle und ich